Legende

Das Original! Die Legende! Die Tremezzo!

IMG_0226_800_600_gkEs gibt viele Bezeichnungen für dieses 1973 auf den Markt gekommene Exemplar wunderbarer italienischer Motorradkunst, die geläufigste wird aber “Dreieinhalber” bleiben. Eigentlich , wird der Kenner jetzt anmerken und tatsächlich ist es häufig das Seitendeckelemblem, welches dem Betrachter in Erinnerung bleibt. Aber nicht nur das Seitendeckelemblem stach augenscheinlich hervor, als die neuen  Modelle 1973 der Öffentlichkeit präsentiert wurden. Auch technisch war das Bike seiner Zeit voraus. Die hatte ein 72-Grad-V-Zweizylinder OHV-Triebwerk aufzuweisen, erstmals gab es bei einem Motorrad serienmäßig eine elektronische Zündung und ein 6-Gang-Getriebe. Das Heron-Brennraumkonzept und der erstmals im Motorradbau verwendete Zahnriemen zum Antrieb der zentralen Nockenwelle sind ebenfalls erwähnenswert. Konstrukteur war der geniale Ingenieur Franco Lambertini. 1973 kam zuerst das Tourenmodell 3½ T auf den Markt, nur ein Jahr später folgte die Sportversion 3½ S. Der 344-cm³-Motor leistete in der Touring-Version 35 PS und sogar 39 PS im Modell Sport. Der durchzugskräftige und langlebige Motor wurde in Details ständig weiterentwickelt, jedoch vom Grundkonzept her über all die Jahre beibehalten. Er fand bis 1991 in verschiedenen Hubraum- und Leistungsvarianten bis hin zu einem Prototyp mit 478 cm³ und Abgasturbolader Verwendung.

Aber es war nicht nur das neue Motorenkonzept, welches zur Legendenbildung der  beitragen sollte. Historisch hatte die Marke mit ihrem ehemaligen Starfahrer Tarquino Provini schon viel erreicht. Aus der frühen Rebello von 1955 wurde in den folgenden Jahren die 250 GP Bialbero entwickelt, auf der ab 1961 Tarquinio Provini auch auf internationaler Ebene unglaublich schnell war. Im Jahr 1963 verfehlte er gar nur um zwei Punkte den WM-Titel gegen Jim Redman auf der Vierzylinder-Honda. Mit zuletzt bis zu 40 PS gilt diese Maschine bis heute als schnellster 250-cm³-Einzylinder der Geschichte.

Die besticht nicht nur durch innere Werte auch ihr Design ist legendär. Im Rückspiegel auftauchend, erinnert sie dank ihrer schlanken Silhouette eher an eine Kreidler als an ein veritables Motorrad. Sie wirkt viel kleiner, viel graziler als es ihr kerniger  Sound erahnen lässt. Auch das straffe Fahrwerk war schon immer ein Gedicht und so hat man auf engen, kurvenreichen Strecken mit der Tremezzo leichtes Spiel,  den großen und deutlich leistungsstärkeren Bikern, die Schweißperlen auf die Stirn zu treiben.

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