Motor

Von 344 ccm auf 1187 ccm in 40 Jahren !

Engine 350Der Motor, das Herzstück unseres Projektes, war bereits 1973 absolut “state of the art”. Vater des technischen Meisterwerkes ist Franco Lambertini, der diese Neuentwicklung 1971 im “Rahmen” der neuen er vorstellte. Die hatte ein 72-Grad-V-Zweizylinder OHV-Triebwerk aufzuweisen, erstmals gab es bei einem Motorrad serienmäßig eine elektronische Zündung und ein 6-Gang-Getriebe. Das Heron-Brennraumkonzept und der erstmals verwendete Zahnriemen zum Antrieb der zentralen Nockenwelle sind ebenfalls erwähnenswert. Der 344-cm³-Motor leistete 35 PS in der Tourenversion und sogar 39 PS im Modell Sport. 1973 kam zuerst das Tourenmodell T auf den Markt, 1974 die Sportversion 3½ S. Der durchzugskräftige und langlebige Motor wurde in Details ständig weiterentwickelt, jedoch vom Prinzip her beibehalten. Er fand bis 1991 in verschiedenen Hubraum- und Leistungsvarianten bis hin zu einem Prototyp mit 478 cm³ und Abgasturbolader Verwendung. Als Nachfolger der 1975 eingestellten Corsaro-Modelle erschien die 125H, deren Motor quasi ein halbierter 3-½-Motor mit geänderten Bohrungs- und Hubabmessungen war (vgl.).

9 1/2 engineAuch der neue Bialbero Corsa Corta stammt, 30 Jahre später !!, aus der Feder von Franco Lambertini, der es immer wieder auf geschickte Weise versteht, Motoren effizient zu konstruieren, ohne sie zu verkomplizieren. Am 2. Dezember 2004 präsentierte Franco Morini auf der Motor Show Bologna zwei neue Modelle, die ab Sommer 2005 wieder unter der Marke Moto Morini im neu errichteten Werk in Casalecchio di Reno produziert werden sollten. Das Herz der neuen Morinis ist ein aussergewöhnlicher Motor – genau wie es der langjährigen Morini-Tradition entspricht. So sind jetzt Zylinder und Motorblock als einziges stabiles Gußteil ausgebildet. Verschraubung und Zylinderfußdichtung entfallen und die Zylinderlaufbuchsen lassen sich bei Bedarf einfach herausziehen und austauschen. Die großen Seitendeckel ermöglichen zudem aussergewöhnliche Wartungsfreundlichkeit. Das Getriebe, ja selbst die Kurbelwelle, können seitlich entnommen werden. Mit zwei bierdeckelgroßen Kolben (107mm) und steil verbauten Ventilen verfügt das extrem kurzhubige Triebwerk schon viele Jahre vor Ducati Panigale über ausserordentlich spontane Gasannahme ohne jemals seine Contenance zu verlieren. Der Motor kommt in zwei unterschiedlichen Leistungsstufen in den verschiedenen Morini-Modellen zum Einsatz. In der Scrambler, Granpasso, 9½, 1200 Sport und Corsaro Avio mit 117 bzw. 120 PS und in der Corsaro in einer leistungsgesteigerten Variante mit geändertem Zylinderkopf, schärferen Steuerzeiten und einem zusätzlichen Ölkühler mit 140 PS. Der Motor ist das Sahnestück aller heutigen Morinis und ein Erlebnis der besonderen Art! Nicht die reinen Leistungsdaten beeindrucken, sondern die Art der Leistungsentfaltung. Wie schön dieser Motor – richtige Abstimmung vorausgesetzt – bereits ab 2000 U/min ruckfrei ans Gas geht, ganz locker bei gut 3000 U/min dann 100 Nm auf die Kurbelwelle wuchtet, sich auf über 125 Nm aufschwingt und dann obenraus bis in den Drehzahlbegrenzer hinein noch ein Feuerwerk abbrennt, das sucht in dieser Kategorie seinesgleichen. Das Ganze wird durch einen einzigartigen V2 Sound untermalt, der von einem tiefen Trommeln bis hin zu einem aggressiven Trompeten reicht – das gibt es nicht aus den Regalen der Massenhersteller, das ist Emotion pur und lässt einen nach der ersten Probefahrt unmittelbar den Kontostand überprüfen.