Bike

Keine Kopie! Ein neues Original mit Legendenanspruch!

9½ !  Die Zeichen waren und sind Verpflichtung gegenüber dem legendären Vorbild. Auch wenn der Motor 1187 ccm hat und nicht wie seiner Zeit 350 ccm (genauer 344!) passt der Name perfekt. Jetzt!

Neuer Entwurf in Anlehnung zum Original

Neuer Entwurf in Anlehnung zum Original

Denn eigentlich hat die originale 9½ nicht viel von der zeitlosen Eleganz der kleinen 3½ geerbt. Schaut man sich die Entwürfe von Signore Bezzi an, so ist bedauerlicherweise wenig davon in den aktuellen Serienmodellen zu erkennen, einzig die Corsaro ist relativ nah am Entwurf dran. Man hätte sich zum Restart von Morini sicherlich ein wenig mehr Mut zur Kante gewünscht, weniger die Orientierung am Mainstream und wenn schon nicht Kante, dann Orientierung am Original. Diese Chance wurde seinerzeit vertan…aber wir werden das nachholen!

Dass die 3½ eine Legende ist steht außer Frage! Die Linie und Form der 3½ war Jahrzehnte unerreicht, bis es 2004 zur Reaktivierung des Klassikers kommen sollte. Oberdan Bezzi stellte seinen Entwurf einer 9½ vor und die Szene war elektrisiert. Auch wenn der Entwurf noch nicht perfekt war, hätte man aus diesem Modell einen würdigen und wahrhaftigen Nachfolger für die kleine 3½ entwickeln können. Die Form und die Proportionen stimmten, die Optik war berauschend und der Name 9½ ließ den Fantasien freien Lauf. Leider wurde aus diesem Entwurf aber nichts zum Bedauern der vielen Alt-Morinisti! Die neuen Eigentümer der Marke Moto Morini setzten zunächst mehr auf Mainstream und dann folgend auf Extravaganz – zu sehen an der neuen Rebello!

Das wollten viele Morini-Fans nicht wahrhaben und haderten mit der getroffenen Modellpolitik. 2013, im Dezember, begab es sich aber, dass eine kleine Gruppe deutscher Morinisti in dem Szene-Forum schlechthin – ital-web.de – eine gewagte Diskussion startete mit dem programmgebenden Titel: Retro 9½ mit 3½ Optik. Hier sammelten sich die bis dato tendenziell eher in den eigenen Modellforen beheimateten Fahrer von 9½, Corsaro 1200, Granpasso und Scrambler mit den Alteisenfahrern aus der 3½-Fraktion, den Settebello-, den Corsarinos, den Corsaro 125, den 175, 250 und 500er-Fahrern. Und erstaunlicherweise entwickelte sich zügig eine gemeinsame Haltung zu dem Thema. Die Fahrer der neuen Modelle hofften auf eine Weiterentwicklung und die Alteisenfahrer hofften auf die Revitalisierung ihres lang gehegten Wunsches. Der Neuauflage der 3½ in einer modernen und stärkeren Version.

© by Oberdan Bezzi, finished by

© by Oberdan Bezzi, finished by “Making of a 9 1/2 Sbezziale” in 2014

Das Design war von vornherein klar, es musste das von Oberdan Bezzi sein. Mittlerweile waren seit der Erstpräsentation seines Entwurfes im Jahr 2004 einige Jahre ins Land gegangen und er hatte das Konzept verfeinert und noch näher an das Original herangezeichnet. Es sah atemberaubend aus und allen war klar: So oder gar nicht! Wobei es zu den urtypischsten Eigenschaften eines Morinista gehört, über den Tellerrand hinauszublicken und nicht mit der erstbesten Idee zu fraternisieren. Denn es gab schon noch Optimierungspotentiale in dem Entwurf. So wurde das Heck noch weiter gekürzt und zu einem reinen Einsitzer umgebaut. Auch die zwar modernen aber definitiv nicht stilechten 5-Arm-Carbonfelgen wollten nicht so wirklich passen, es sollten die Speichenfelgen der originalen 9½ sein. Eine markante Änderung war aber sicherlich die Tanklinie. Der ursprüngliche Entwurf hatte beim Übergang zum Lenkkopf eine unansehnliche Lücke, die es beim Vorbild nicht gab – weshalb die 3½ eben eine sehr kompakte Optik bietet. Zu guter Letzt mussten noch klassische Endschalldfämpfer her, sie wurden weiter nach oben, parallel zur Hecklinie gezogen und verhelfen zu einem noch sportlicheren Auftritt.

Das Bike ist in seiner geplanten Fassung eine wahre Augenweide und absolut stimmig in puncto Form und Proportionen. Die geschwungene Linie der frühen 3½ Sport mit der amerikanischen Sitzbankausführung ist nahezu identisch ausgefallen. Sollte das Bike so wie es hier vorgestellt wird tatsächlich Realität werden – einzig der TÜV kann das noch verhindern – dann sind wir uns sicher, den Grundstein für eine neue Legende gelegt zu haben! Eine Legende, die stolz ist auf ihre Herkunft und trotzdem selbstbewusst genug, Eigenständigkeit zu suchen und zu finden. Aus der Masse der vielen – oft kaum noch zu unterscheidenden – BigBikes wird sich dieses Design wohltuend abheben. Es wird auffallen und es wird betören. Alles Eigenschaften, die zur Legendenbildung unabkömmlich sind!